Es war ein Dienstag, als Herr Zimt beschloss, das Universum zu reparieren.

Nicht aus Übermut. Sondern weil es einfach umfiel. Plötzlich. In seinem Wohnzimmer.

Es war ungefähr so groß wie eine Melone, schimmerte in Pastelltönen und roch vage nach Rosmarin. Herr Zimt, ein pensionierter Buchhalter mit einer Leidenschaft für Origami und Schweigen, stand barfuß vor dem umgekippten Universum und runzelte die Stirn.

„Das geht so nicht“, sagte er ernst.

Das Universum gluckerte ein wenig. Es rollte ein paar Sterne aus seinem Inneren, ein Nebelarm schlängelte sich über den Teppich. In Andromeda regnete es. Saturn war verstimmt. Und ein kleines, galaktisches Kaninchen wackelte orientierungslos durch den Raum.

Herr Zimt seufzte. Holte eine Teekanne. Setzte sich im Schneidersitz davor und begann, dem Universum Geschichten zu erzählen.

Von dem Tag, als seine Frau zum ersten Mal lachte. Von der Nacht, als er Angst hatte, nichts Besonderes zu sein. Von dem Moment, in dem er begriff, dass niemand etwas Besonderes sein muss, um geliebt zu werden. Und auch, das jeder etwas Besonderes in sich trägt.

Das Universum hörte zu. Es zitterte. Es begann, leise zu leuchten.

Und langsam – ganz langsam – richtete es sich wieder auf. Die Sterne hüpften zurück in ihre Bahnen. Das Kaninchen nistete sich auf seinem Schoß ein. Und der Teppich roch jetzt leicht nach Milchstraße.

Als alles vorbei war, nickte Herr Zimt zufrieden. „Manchmal“, sagte er, „fällt eben alles auseinander. Damit man sieht, was man in sich trägt.“

Das Universum schwieg. Und schenkte ihm eine neue Falte in der Zeit – direkt zwischen Dienstag und Mittwoch.

Er nutzte sie für Mittagsschlaf und leise Wunder.