Es gibt Tage,

an denen man sich leiser begegnet.

Nicht im Spiegel,

nicht im Schatten,

sondern irgendwo zwischen dem Atem

und dem Wind, der durch offene Gedanken zieht.

An solchen Tagen

trinken selbst die Steine Licht

wie müde Katzen Milch

und der Horizont sitzt am Rand der Welt

und denkt über Endlichkeit nach.

Ein Mensch geht einen Weg.

Kein Ziel, kein Anfang.

Nur das leise Geräusch von Schritten,

die mehr fragen als wissen.

Der Mensch trägt einen Mantel,

genäht aus Erinnerungen,

die nie passiert sind.

Er wiegt schwer, aber wärmt.

Denn manchmal braucht man

auch das Ungelebte,

um nicht zu frieren.

Am Wegrand wächst eine Pflanze,

die heißt Vielleicht.

Ihre Blätter flüstern in einem Dialekt,

den nur die Seele versteht,

wenn sie gerade nicht aufpasst.

Der Mensch bleibt stehen.

Nicht aus Müdigkeit.

Nicht aus Angst.

Sondern, weil in der Ferne

ein Gedanke steht und wartet,

wie ein Vogel, der vergessen hat,

wohin er wollte.

Es ist still.

Aber nicht leer.

Die Welt atmet tiefer,

wenn man ihr nicht ins Wort fällt.

Und plötzlich,

ohne Eile,

hebt der Mensch eine Hand

und sagt:

„Ich weiß nicht, wer ich bin.

Aber ich bin.“

Und das genügt.

Für diesen einen,

vollkommen unvollkommenen Moment.